Wärmepumpe im Altbau

  • 30. Oktober 2023
  • Thore Dücker
  • Lesezeit: 8 Minuten

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Ein zuverlässiges Heizsystem auch im Bestandsbau?

Wärmepumpen haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, und das nicht ohne Grund: Sie sind nicht nur umweltfreundlicher als viele herkömmliche Heizsysteme, sondern können auch langfristig Kosten einsparen. Insbesondere im Neubau werden Wärmepumpen mittlerweile als Standard genannt. Doch wie sieht es bei Altbauten aus?

Tatsächlich kann auch in einem Altbau eine Wärmepumpe eine sinnvolle Option sein, insbesondere im Hinblick auf die Energieeffizienz und den Klimaschutz. Allerdings ist es hierbei wichtig, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, damit die Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet und die Investition sich letztendlich auszahlt. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über Wärmepumpen im Altbau und beachtenswerte Aspekte bei der Entscheidungsfindung.

Themen

1. Funktionsweise einer Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Wärmequellen wie Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich, um ein Gebäude zu beheizen. Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ähnelt der eines Kühlschranks. Ein Kältemittel im geschlossenen System nimmt dabei die Wärme auf und gibt sie an ein anderes Medium ab, um das Innere des Gebäudes zu erwärmen.

Die Umweltwärme wird mithilfe eines Verdampfers aufgenommen und verdampft dabei das Kältemittel. Der Dampf wird anschließend von einem Kompressor verdichtet, wodurch sich seine Temperatur erhöht. Anschließend wird der entstehende Hochdruckdampf durch einen Kondensator geleitet, wo er seine Energie an das Heizsystem des Gebäudes abgibt und sich dadurch wieder verflüssigt.
Das wieder flüssige Kältemittel wird durch ein Expansionsventil geleitet, wodurch es sich entspannt und abkühlt, bevor der Prozess erneut beginnt. So entsteht ein Kreislauf, der eine kontinuierliche Wärmeversorgung des Gebäudes ermöglicht.

Politische Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf Altbauten

Alte Heizkessel, insbesondere Gas- und Ölheizungen, sind nicht nur ineffizient, sondern auch umweltschädlich. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, ab 2024 ein Verbot für den Einbau von Gas- und Ölheizungen zu erlassen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine bereits installierte Heizung zwangsläufig ausgetauscht werden muss.

Laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind nur Bestandsgebäude mit Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, zu einem Heizungstausch verpflichtet. Dies bedeutet, dass ab 2023 Heizungen mit einem Baujahr von 1993 oder älter ausgetauscht werden müssen. Allerdings gibt es hier zahlreiche Ausnahmen: Vor allem langjährige Hauseigentümer sind von dieser Pflicht ausgenommen.

Trotzdem müssen sich Besitzer von Altbauten früher oder später mit der Thematik auseinandersetzen und möglicherweise über eine Sanierung nachdenken. Dies kann jedoch auch Vorteile mit sich bringen.

2. Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe

Neben den Vorteilen für die Umwelt sind Wärmepumpen, aufgrund des hohen Potentials zu Einsparungen bei den Heizkosten, so beliebt. Eine Wärmepumpe nutzt Strom und kostenlose Wärmequellen, um ein Gebäude zu beheizen, was im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen wie Öl- oder Gasheizungen eine geringere Energiekostenbelastung bedeutet.

Zudem fördert die BAFA den Einbau von Wärmepumpen mit Zuschüssen von bis zu 35 %, um eine Anschaffung noch attraktiver zu machen. Darüber hinaus bietet die KfW zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für energetische Sanierungsmaßnahmen, einschließlich der Installation von Wärmepumpen.

Obwohl sich die Investition in eine Wärmepumpe in der Regel langfristig auszahlt, ist es wichtig zu beachten, dass die Anschaffungskosten meistens höher sind als bei konventionellen Heizsystemen.

Wann genau sich eine Wärmepumpe amortisiert, ist von der Effizienz der Anlage abhängig. Die Effizienz, bzw. der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe wird in der Jahresleistungszahl (JAZ) angegeben und hängt von Faktoren wie Gebäudedämmung und Dimensionierung der Anlage ab.

3. Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?

Während sich eine Wärmepumpe aufgrund der guten Dämmung und problemlosen Installation im Neubau schnell rentiert und eine einfache Entscheidung darstellt, müssen bei Altbauten und Bestandsgebäuden vor dem Kauf einige Faktoren berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass die Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet und die Investition sich auszahlt.

Dämmung
Eine gute Dämmung ist entscheidend für die Effizienz einer Wärmepumpe im Altbau. Dämmmaßnahmen an Dach, Fassade, Fenstern und Türen reduzieren Wärmeverluste und ermöglichen eine wirtschaftlichere Heizungsleistung. Sollte die Dämmung unzureichend sein, empfiehlt es sich, diese vor oder während der Installation der Wärmepumpe zu verbessern. Investitionen in Dämmungsmaßnahmen erhöhen die Effizienz der Wärmepumpe und können langfristig zu Energie- und Kosteneinsparungen führen.

Wärmeverteilsystem
Das Wärmeverteilsystem sollte zu einer Wärmepumpe im Altbau passen. Niedrige Vorlauftemperaturen (≤ 50 Grad) sind für einen effizienten Betrieb entscheidend. Großflächige Verteiler wie Wand-, Decken- oder Fußbodenheizungen sind ideal, um niedrige Vorlauftemperaturen zu erreichen. Alternativ können auch großflächige Heizkörper oder Kombinationen verschiedener Systeme verwendet werden. Größere Heizflächen ermöglichen niedrigere Vorlauftemperaturen, was der Effizienz der Wärmepumpe zugutekommt.

Zustand des bestehenden Wärmeerzeugers
Bevor Sie sich für eine Wärmepumpe entscheiden, sollten Sie den Zustand Ihres bestehenden Wärmeerzeugers überprüfen. Wenn dieser noch effizient und zuverlässig arbeitet, kann eine Hybridlösung in Betracht gezogen werden. Hierbei wird die Wärmepumpe über einen Pufferspeicher in das bestehende Heizungssystem integriert. Diese Option ist allerdings eher für ältere und schlecht gedämmte Gebäude geeignet, die weiterhin auf Gas- oder Ölheizungen angewiesen sind.

Platzangebot
Für die Installation einer Wärmepumpe ist ausreichend Platz erforderlich. Die Geräuschentwicklung (zwischen 30 und 50 Dezibel) sollte bei der Standortwahl berücksichtigt werden, um Lärmbelästigungen zu vermeiden. Außerdem die Mindestabstände zum Nachbargrundstück. Bei begrenztem Platzangebot im Innenbereich kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Ausführung eine Lösung sein. Erdreich- und Grundwasserwärmepumpen erfordern zusätzlich freie Flächen und Erdarbeiten im Garten.

4. Welche Wärmepumpe ist die beste für einen Altbau?

Im Allgemeinen gibt es drei Arten von Wärmepumpen: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, Wasser-Wasser-Wärmepumpen und Erdwärme-Wärmepumpen. Jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile, und es hängt von dem Budget und den individuellen Bedingungen des Gebäudes ab, welcher Typ am besten geeignet ist.

Luft-Wasser-Wärmepumpen
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der am häufigsten verwendeten Typen von Wärmepumpe, da sie relativ einfach zu installieren ist und keine Bohrungen erforderlich sind. Sie funktionieren durch die Entnahme von Wärmeenergie aus der Luft und wandeln sie in nutzbare Wärme um, um das Gebäude zu heizen. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eignet sich gut für Altbauten mit ausreichendem Platz im Freien, um die Außeneinheit aufzustellen. Sie haben jedoch eine geringere Effizienz bei niedrigen Temperaturen und sind daher möglicherweise nicht die beste Option für Gebäude in extrem kalten Regionen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist effizienter als die Luft-Wasser-Wärmepumpe und nutzen das Grundwasser oder eine andere Wasserquelle als Wärmequelle. Sie sind jedoch aufwändiger zu installieren und erfordern die Erschließung einer geeigneten Wasserquelle, sowie eine Genehmigung für den Anschluss ans Grundwasser.

Sole-Wasser-Wärmepumpe
Sole-Wasser-Wärmepumpen oder Erdwärme-Wärmepumpen sind aufgrund der Nutzung der konstanten Temperatur des Bodens als Wärmequelle die effizientesten Typen von Wärmepumpen. Allerdings sind sie auch die aufwändigsten und teuersten Wärmepumpen, da sie Bohrungen und Erdarbeiten erfordern. Zudem muss für diese Art von Wärmepumpe eine ausreichend große, unbebaute Fläche zur Verfügung stehen. In der Regel gilt als Faustregel, dass etwa das 1,5-fache der zu beheizenden Wohnfläche für die Flächenkollektoren benötigt wird. Erdwärme-Wärmepumpen eignen sich am besten für Altbauten mit Gartengrundstück und bieten eine langfristige und nachhaltige Heizlösung.

5. Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Die Kosten für eine Wärmepumpe im Altbau hängen maßgeblich vom gewählten Wärmepumpentyp ab. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am günstigsten, während eine Wasser-Wasser und Sole-Wasser-Wärmepumpe mehr kosten.

Beachte, dass sich der förderfähige Anteil um 10% auf 45% erhöht, wenn eine alte Ölheizung ersetzt wird. Dies ist eine zusätzliche Anreizmaßnahme, um Hausbesitzer dazu zu ermutigen, von fossilen Brennstoffen auf umweltfreundlichere Heizsysteme umzusteigen.

Neben den Kosten für die Anschaffung der Wärmepumpe sind auch die Kosten für die Installation zu berücksichtigen. Insbesondere bei einer Wärmepumpe im Altbau fallen diese oft wesentlich höher aus, da bestehende Strukturen berücksichtigt und das alte Heizsystem aufwendig entfernt werden muss.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die groben Richtwerte für die Kosten einer Wärmepumpe:

Wärmepumpe Kosten inkl. Installation Amortisationszeit
Luft-Wasser 8.000 – 16.000 10 – 15 Jahre
Wasser-Wasser 20.000 – 30.000 15 – 20 Jahre
Sole-Wasser 25.000 – 35.000 15 – 20 Jahre

6. Wann macht eine Wärmepumpe keinen Sinn?

Trotz ihrer vielen Vorteile gibt es auch Situationen, in denen der Einsatz einer Wärmepumpe keinen Sinn macht.

Unzureichende Dämmung des Gebäudes
Wärmepumpen sind besonders effizient in einem gut gedämmten Haus, da sie niedrige Vorlauftemperaturen benötigen, um effektiv zu arbeiten. Wenn ein Haus schlecht gedämmt ist und hohe Wärmeverluste aufweist, kann die Effizienz einer Wärmepumpe stark abnehmen. In solchen Fällen wäre es sinnvoller, zunächst in eine umfassende energetische Sanierung zu investieren, bevor man eine Wärmepumpe in Betracht zieht.

Ungeeignetes Heizsystem
Wärmepumpen arbeiten am besten mit großflächigen Heizsystemen, wie Fußboden- oder Wandheizungen, die niedrige Vorlauftemperaturen benötigen. Wenn das vorhandene Heizsystem in einem Altbau auf hohen Vorlauftemperaturen basiert, wie zum Beispiel bei traditionellen Heizkörpern, kann der Einsatz einer Wärmepumpe ineffizient sein. In solchen Fällen wäre es sinnvoll, entweder das Heizsystem zu modernisieren oder eine alternative Heiztechnologie zu wählen.

Tipp: Um herauszufinden, ob die richtigen Voraussetzungen für eine Wärmepumpe in deinem Zuhause gegeben sind, wähle einen richtig kalten Tag und stelle die Vorlauftemperatur deines vorhandenen Heizkessels auf 50 Grad ein. Drehe anschließend die Thermostate deiner Heizkörper auf und beobachte, ob die Temperatur ausreicht, um die Räume gemütlich warm zu bekommen. Falls die Räume bei einer Vorlauftemperatur von 50 Grad angenehm warm werden, sind deine Heizkörper großflächig genug und somit für den Betrieb einer Wärmepumpe geeignet.

Unzureichender Platz für Installation
Die Installation einer Wärmepumpe erfordert ausreichend Platz, sowohl für die Inneneinheit als auch für die Außeneinheit. Insbesondere bei Erdwärme- oder Grundwasser-Wärmepumpen sind zusätzliche Erdarbeiten und Platz im Garten erforderlich. Wenn nicht genügend Platz zur Verfügung steht oder die baulichen Gegebenheiten die Installation erschweren, ist eine Wärmepumpe möglicherweise keine geeignete Lösung.

Lärmbelästigung
Wärmepumpen, insbesondere Luft-Wasser-Wärmepumpen, erzeugen während des Betriebs Geräusche. Speziell bei einer Außeninstallation sollte es mindestens drei Meter Platz zum Nachbarn geben, da es sonst zu Lärmbelästigung kommen könnte. Wenn die Geräuschentwicklung in dicht besiedelten Gebieten oder bei Gebäuden mit geringem Abstand zu Nachbarn problematisch sein könnte, hat man die Möglichkeit eine Schalschutzhaube anzubringen.

7. Kombination mit anderen Heizsystemen

Wenn du feststellst, dass eine alleinige Verwendung einer Wärmepumpe nicht optimal ist, gibt es die Möglichkeit, diese mit anderen Heizsystemen zu kombinieren. Dadurch kann die Effizienz und Wirtschaftlichkeit gesteigert werden und gleichzeitig kann man von den Vorteilen beider Systeme profitieren.

Hierbei spricht man von bivalenten Systemen, die die Vorteile verschiedener Heiztechnologien kombinieren und so eine optimale Heizleistung gewährleisten können.

Besonders bewährt hat sich die Kombination von Wärmepumpen mit Gas- oder Ölheizungen, die als Backup-System eingesetzt werden können. Die Wärmepumpe übernimmt den Großteil der Heizlast und der konventionelle Heizkessel springt nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen oder einem erhöhten Wärmebedarf ein, um die fehlende Heizleistung zu liefern. Dadurch kann die Wärmepumpe ihre Effizienz und Umweltfreundlichkeit weiterhin ausspielen und der konventionelle Heizkessel wird nur selten benötigt.

Auch die Kombination mit einem Kaminofen oder einer Solaranlage ist denkbar, um die Wärmepumpe zu unterstützen oder als Backup-System zu dienen. Dabei ist jedoch immer zu beachten, dass die Kombination mit anderen Heizsystemen sorgfältig geplant und abgestimmt werden muss, um eine optimale Effizienz und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Die Kombination von bivalenten Systemen bei einer Heizungsmodernisierung ist immer zumindest eine Überlegung wert, insbesondere wenn der vorhandene Kessel noch intakt und funktionsfähig ist.

8. In 4 Schritten zur Wärmepumpe

Unsicher, wie du vorgehen solltest? Kein Problem, folge diesen vier Schritten, um sicherzugehen, dass alle Voraussetzungen für eine gelungene Wärmepumpeninstallation in deinem Altbau erfüllt sind.

Dämmung überprüfen und Wärmeverluste minimieren
Stelle sicher, dass dein Gebäude gut gedämmt ist, um Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Wenn nötig, investiere in eine energetische Sanierung, um die Energieeffizienz des Hauses zu verbessern.

Heizkörper und Heizflächen prüfen
Untersuche die Größe und Eignung deiner Heizkörper oder Heizflächen für niedrige Vorlauftemperaturen. Möglicherweise müssen Anpassungen vorgenommen werden, um die optimale Leistung deiner neuen Wärmepumpe zu gewährleisten.

Platzverhältnisse und Abstände beachten
Stellen Sie sicher, dass ausreichend Platz für die Wärmepumpe vorhanden ist und die vorgeschriebenen Abstände zu Nachbargrundstücken und Gebäuden eingehalten werden. Bei Erdarbeiten für Erdreich- oder Grundwasserwärmepumpen sollten auch Gartenflächen berücksichtigt werden.

Experten beauftragen
Wende dich an einen erfahrenen Fachmann, um sicherzustellen, dass die Installation der Wärmepumpe fachgerecht durchgeführt wird und du das passende System für deine Bedürfnisse erhältst.

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